1. Ausgangsmaterial Siliciumdioxid
Silicium, das in der Halbleiterfertigung Verwendung findet, wird aus Quarz gewonnen. Dabei muss Sauerstoff, der sich bereits bei Raumtemperatur sehr schnell mit Silicium verbindet, und der auch beim Quarz in Verbindung mit Silicium als Siliciumdioxid vorliegt, entfernt werden. Das geschieht im Lichtbogenofen unter Verwendung von Kohlenstoff, bei Temperaturen, die im heißen Bereich des Ofens bis etwa 2000 °C reichen. Der Sauerstoff löst sich dabei vom Silicium und reagiert mit dem Kohlenstoff (C) zu Kohlenmonoxid (CO):
Diese Gleichung fasst zusammen, was im Ofen tatsächlich in mehreren Stufen abläuft. In der kühleren Zone entsteht zunächst Siliciumcarbid, das sich in der heißen Zone mit weiterem Siliciumdioxid zu Silicium umsetzt. Siliciumcarbid ist also kein Störprodukt, sondern ein notwendiges Zwischenprodukt; über das Verhältnis von Kohlenstoff zu Quarz wird eingestellt, dass es am Ende wieder aufgebraucht ist. Das Kohlenmonoxid ist bei diesen Temperaturen gasförmig und kann leicht vom flüssigen Silicium getrennt werden.
Das so gewonnene Rohsilicium (metallurgisches Silicium) ist etwa 98 bis 99 % rein. Der Rest sind Fremdstoffe wie Eisen, Aluminium, Calcium, Phosphor und Bor. Für Bauelemente ist das um viele Größenordnungen zu unrein – diese Stoffe müssen in weiteren Prozessen entfernt werden.