1. Der Einkristall
Ein Einkristall (Monokristall), wie er in der Halbleiterfertigung benötigt wird, ist eine regelmäßige Anordnung von Atomen. Daneben gibt es polykristallines (Zusammensetzung von vielen kleinen Einkristallgittern) und amorphes Silicium (ungeordnete Struktur). Je nachdem, welche Lage das Gitter im Raum hat, besitzen Siliciumscheiben unterschiedliche Oberflächenstrukturen, die Einfluss auf verschiedene Parameter, wie die Ladungsträgerbeweglichkeit, von Bauelementen haben.
Kristallorientierungen
In der Chipfertigung wird nahezu ausschließlich (100)-orientiertes Silicium verwendet. Der Grund liegt an der Grenzfläche zum Gateoxid: Dort bleiben nach der Oxidation ungesättigte Bindungen zurück, und ihre Zahl ist bei dieser Orientierung am geringsten. Die (111)-Orientierung hat die dichteste Belegung mit Bindungen und damit die meisten Störstellen; sie oxidiert dafür am schnellsten.
Auch in der Mikromechanik ist die Kristallorientierung von besonderer Bedeutung. So lassen sich auf (110)-Silicium Mikrokanäle mit senkrechten Wänden herstellen, wohingegen sich bei (100)-Orientierung Flankenwinkel von 54,74° ergeben.