1. Maskentechnik
Die in der Fototechnik eingesetzten Masken enthalten ein Muster mit dem die jeweilige Schicht auf dem Wafer strukturiert wird. Ausgangsmaterial für die Masken sind Glasplatten, die ganzflächig mit Chrom und Lack beschichtet sind (Blanks). Über den für Elektronenstrahlen empfindlichen Lack wird die Chromschicht strukturiert, welche dann die lichtundurchlässigen Bereiche auf der Glasmaske darstellt.
Mit einem Elektronenstrahl werden die Masken direkt beschrieben. Die gesamte Apparatur – die Elektronenstrahlquelle, Fokussier- und Ablenkeinheit und der Blank – befindet sich im Hochvakuum (0,01–100 Pa; normaler Luftdruck ca. 100.000 Pa). Der Elektronenstrahl wird computergesteuert über die Maske gelenkt und belichtet den Lack. Bei dieser Methode lassen sich Strukturen bis weit unter 100 nm auflösen.
Ein einzelner Strahl schreibt eine hochaufgelöste Maske allerdings nicht in vertretbarer Zeit. Heutige Maskenschreiber arbeiten deshalb mit mehreren hunderttausend parallel geführten Einzelstrahlen (multi beam mask writer), die gemeinsam über den Blank geführt und einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Erst damit sind Schreibzeiten von einigen Stunden pro Maske erreichbar – und erst damit lassen sich beliebig geformte, gekrümmte Strukturen genauso schnell schreiben wie rechtwinklige.
Korrektur der Abbildungsfehler
Auf Grund wellenoptischer Effekte (z.B. Beugung) kann es bei der Belichtung der Wafer zu Abbildungsfehlern kommen, welche durch die sogenannte optical proximity correction (OPC, etwa: optische Nahbereichskorrektur) korrigiert bzw. verringert werden.
Dazu können die eigentlichen Strukturen so abgeändert werden, dass die Abbildung auf dem Wafer dem gewünschten Muster entspricht. Außerdem können zusätzliche Hilfsstrukturen auf die Maske geschrieben werden welche nur dazu dienen, Abbildungsfehler zu minimieren, jedoch keine Funktion für die Schaltung haben.
Bei den kleinsten Strukturen genügt es nicht mehr, die Maske allein zu korrigieren. Optimiert werden Maske und Beleuchtung gemeinsam (source mask optimization, SMO): Auch die Winkelverteilung des einfallenden Lichts wird auf das jeweilige Muster zugeschnitten. Die weitestgehende Variante ist die inverse Lithografie (inverse lithography technology, ILT). Dabei wird nicht mehr eine gezeichnete Maske korrigiert, sondern aus dem gewünschten Ergebnis auf dem Wafer rückwärts diejenige Maskenstruktur berechnet, die dieses Ergebnis erzeugt. Heraus kommen frei geformte, oft gekrümmte Konturen, die mit einer gezeichneten Vorlage keine Ähnlichkeit mehr haben. Die Rechenzeit dafür übersteigt inzwischen die Schreibzeit der Maske deutlich und wird auf großen Rechnerclustern erbracht.
Weil eine einzige Maske viele tausend Wafer belichtet, überträgt sich jeder Fehler auf ihr auf jeden Chip. Masken werden deshalb nach dem Schreiben mit hochauflösenden Verfahren geprüft und einzelne Defekte gezielt repariert – etwa durch Abtragen überschüssigen Absorbermaterials mit einem fokussierten Elektronen- oder Ionenstrahl.