Halbleitertechnologie von A bis Z

Alles über Halbleiter und die Waferfertigung

1. Kupfertechnologie

Ab einer Strukturgröße von weniger als 250 nm erfüllt Aluminium auch mit Kupferanteilen kaum noch die benötigten Anforderungen zur Verwendung in integrierten Schaltkreisen. Der spezifische Widerstand von Kupfer liegt mit 1,7 μΩ·cm rund ein Drittel unter dem von Aluminium mit 2,7 μΩ·cm. Bei gleichem Querschnitt fällt an einer Kupferleitbahn also weniger Spannung ab, sie erwärmt sich weniger und die Signale laufen schneller. Auch die Stress- und Elektromigration sind in Aluminium wesentlich stärker ausgeprägt: Kupfer hat den höheren Schmelzpunkt und die stärker gebundenen Atome, es verträgt damit deutlich höhere Stromdichten. Ein Umstieg auf Kupfer war bei der stetigen Miniaturisierung somit unausweichlich.

Kupfer hat jedoch die negative Eigenschaft, dass es nahezu alles mit dem es in Kontakt kommt kontaminiert. Im Silicium ist es außerordentlich beweglich und erzeugt dort Störstellen, die Ladungsträger einfangen und Bauelemente unbrauchbar machen. Die Bereiche und Anlagen in der Fertigung, in denen mit Kupfer gearbeitet wird, müssen deshalb von den anderen strikt abgetrennt werden, und jede Kupferleitbahn wird von einer Diffusionsbarriere umschlossen. Zudem korrodiert Kupfer sehr leicht und muss deshalb, wie auch Aluminium, mit einer Passivierungsschicht versiegelt werden.

Während bei Aluminium eine Durchkontaktierung der Ebenen mit Wolfram geschieht, wird bei Kupfer das Metall selbst dazu verwendet (lediglich die erste Schicht beim Kontakt der dotierten Siliciumgebiete erfordert eine Trennung mit Wolfram). So entfallen nicht nur die negativen thermoelektrischen Effekte die an den Übergängen zwischen verschiedenen Metallschichten entstehen, sondern auch die zusätzlichen Arbeitsschritte zum Aufbringen mehrerer Schichten. Im Gegensatz zu Aluminium lässt sich Kupfer jedoch nicht in Trockenätzverfahren strukturieren, weil seine Halogenverbindungen bei Prozesstemperatur nicht flüchtig sind.

Das "gewöhnliche", subtraktive Verfahren zur Strukturierung einer Schicht, wie es auch bei Aluminium angewandt wird, verläuft im Wesentlichen in folgenden Schritten:

  • zu strukturierende Schicht aufbringen
  • Fotolack aufbringen, belichten und entwickeln
  • Lackmaske in einem Ätzschritt in die darunterliegende Schicht übertragen
  • Lack entfernen
  • Passivierungsschicht aufbringen

Bei Kupfer bedient man sich eines additiven Verfahrens, dem so genannten Damascene-Prozess.

2. Damascene-Verfahren

Beim Damascene-Verfahren werden in bereits bestehende Zwischenschichten, die zur Isolierung bzw. Passivierung dienen, die Kontaktlöcher (VIA = Vertical Interconnect Access) der einzelnen Metallisierungsebenen geätzt, sowie die Gräben (Trenches), in denen später die Kupferleiterbahnen verlaufen sollen, strukturiert. In die Öffnungen kann dann mittels elektrochemischer Verfahren (Galvanotechnik) Kupfer abgeschieden werden. Ebenso sind auch CVD- oder PVD-Abscheidungen mit Reflowtechniken möglich. Anschließend wird das Kupfer in einem CMP-Prozess planarisiert, bis die Oberfläche eingeebnet ist.

Man unterscheidet zwischen Single- und Dual-Damascene-Prozessen und bei letzteren zwischen VFTL (VIA First Trench Last: VIA zuerst, Graben zuletzt) und TFVL (Trench First VIA Last: Trench zuerst, VIA zuletzt). Im Folgenden werden die zwei Dual-Damascene-Verfahren näher erläutert.

Trench First VIA Last

Auf dem Wafer (hier auf einer bereits bestehenden Kupferebene) werden verschiedene Materialien aufgebracht, die als Isolations-, Passivierungs- oder Schutzschicht dienen. Als Ätzstopp und zum Schutz vor Ätzgasen, kann Siliciumnitrid SiN zum Einsatz kommen. Als dielektrische Zwischenschicht (interlayer dieletric, ILD) kommen Materialien zum Einsatz, die einen geringen k-Wert haben, wie Siliciumdioxid SiO2. Darüber wird eine Lackmaske strukturiert.

  1. Der Wafer wird mit Resist beschichtet, der in einem Lithografieprozess strukturiert wird.

    Schritt 1: Stapel aus zwei ILD-Ebenen mit trennendem Nitrid, darauf die Lackmaske für den Graben
  2. In einem anisotropen Ätzprozess wird die Hartmaske (SiN) und die ILD-Schicht bis zum ersten Ätzstopp (ebenfalls SiN) geöffnet.

    Schritt 2: Der Graben reicht durch Hartmaske und oberes ILD bis auf das trennende Nitrid

    Der Fotoresist wird entfernt, und der Graben für die Leiterbahnen ist fertig strukturiert.

    Die Hartmaske an der Oberfläche wird benötigt, um die ILD-Schicht während des Lackentfernens vor dem Plasma zu schützen. Dies ist notwendig, da das ILD chemisch ähnlich aufgebaut ist wie der Fotolack, und so durch die gleichen Prozessgase angegriffen werden kann. Zusätzlich dient die Hartmaske als CMP-Stopp beim abschließenden Einebnen des Kupfers.

  3. Als nächstes wird erneut Lack aufgebracht und strukturiert.

    Schritt 3: Neuer, dicker Lack füllt den Graben und trägt die schmalere Öffnung für das VIA
  4. Anschließend werden in einem anisotropen Ätzprozess die Kontaktlöcher (VIA) strukturiert.

    Schritt 4: Das VIA ist durch Nitrid, unteres ILD und Ätzstopp bis auf das Kupfer geöffnet, die Barriere ist abgeschieden

    In einem niederenergetischen Ätzprozess wird dann die Ätzstoppschicht geöffnet, um kein darunterliegendes Kupfer herauszuschlagen, welches sonst in die ILD-Schicht eindiffundieren kann. Danach wird der Fotolack entfernt und eine dünne Barriereschicht aus Tantal abgeschieden die verhindert, dass das anschließend aufgebrachte Kupfer in das ILD eindringt.

  5. Eine dünne Kupferkeimschicht wird abgeschieden und die Strukturen in einem galvanischen Verfahren mit Kupfer aufgefüllt.

    Schritt 5: Graben und VIA sind galvanisch mit Kupfer gefüllt, darüber liegt ein Überschuss
  6. Das Kupfer wird abschließend durch chemisch mechanisches Polieren planarisiert.

    Schritt 6: Nach dem Polieren steht das Kupfer nur noch in Graben und VIA

Der größte Nachteil beim TFVL-Verfahren ist die dicke Lackschicht die nach dem Ätzen der Gräben aufgebracht werden muss (3.). Die winzigen Kontaktlöcher können in einer so dicken Lackschicht nur sehr schwer hergestellt werden. Das TFVL-Verfahren wird daher nur für die obersten Metallisierungsebenen verwendet, bei denen die Abmessungen der Strukturen nicht so kritisch sind, wie in den untersten Lagen.

VIA First Trench Last

Der VFTL-Prozess ähnelt dem TFVL-Prozess mit dem Unterschied, dass zuerst die Kontaktlöcher und danach die Gräben strukturiert werden.

  1. Zunächst wird eine Lackmaske für die VIAs strukturiert und die Kontaktlöcher in einem anisotropen Ätzschritt bis zum untersten Ätzstopp geöffnet. Wichtig ist, dass der Ätzstopp nicht durchgeätzt wird, damit das darunter befindliche Kupfer nicht herausgeschlagen wird und in das ILD eindiffundiert.

    Schritt 1: Durch eine schmale Lacköffnung ist ein Loch durch beide ILD-Ebenen bis auf den Ätzstopp geätzt
  2. Anschließend wird der Fotolack entfernt, und für die Gräben eine neue Lackmaske strukturiert; hierbei werden auch die bereits geöffneten VIAs mit Lack gefüllt.

    Schritt 2: Eine breitere Lackmaske gibt den Graben vor, derselbe Lack füllt zugleich das VIA und schützt es
  3. Der unterste Ätzstopp wird durch den aufgebrachten Lack im VIA bei der anschließenden Grabenätzung vor den Ätzgasen geschützt wird.

    Schritt 3: Der Graben ist im oberen ILD bis auf das Nitrid geöffnet, die Maske ist zurückgesetzt, der Lackpfropfen im VIA schützt die Schichten darunter

    Danach wird analog zum TFVL-Prozess der unterste Ätzstopp geöffnet, eine Tantalbarriere und die Kupferkeimschicht aufgebracht.

  4. Als letztes folgt die Kupferabscheidung und die Planarisierung mittels CMP.

Beim Single-Damascene-Verfahren werden die Ebenen für VIAs und Gräben einzeln abgeschieden und strukturiert. Dadurch sind zwei Kupferprozesse (jeweils mit Abscheidung, Strukturierung und Planarisierung) notwendig.

Barriere und Liner

Die oben genannte Tantalbarriere ist in Wirklichkeit ein Schichtpaket. Auf das Dielektrikum kommt zunächst Tantalnitrid, das die Kupferdiffusion aufhält, darüber metallisches Tantal, auf dem die Kupferkeimschicht gut haftet und gleichmäßig aufwächst. Beide leiten deutlich schlechter als Kupfer und tragen zum Stromfluss praktisch nichts bei.

Solange die Leiterbahnen breit sind, fällt das nicht ins Gewicht. Bei den untersten Ebenen heutiger Prozesse ist die Barriere jedoch nicht mehr beliebig dünn zu machen, ohne ihre Sperrwirkung zu verlieren – sie beansprucht dann einen erheblichen Teil des Querschnitts. Die Antwort darauf ist ein Cobaltliner anstelle des Tantals, auf dem sich das Kupfer besser abscheiden lässt, und bei den feinsten Ebenen der Verzicht auf Kupfer zugunsten von Metallen, die ohne Barriere auskommen. Mehr dazu im Abschnitt Grenzen der Kupferverdrahtung.

Barriere und Liner

Die oben genannte Tantalbarriere ist in Wirklichkeit ein Schichtpaket. Auf das Dielektrikum kommt zunächst Tantalnitrid, das die Kupferdiffusion aufhält, darüber metallisches Tantal, auf dem die Kupferkeimschicht gut haftet und gleichmäßig aufwächst. Beide leiten deutlich schlechter als Kupfer und tragen zum Stromfluss praktisch nichts bei.

Solange die Leiterbahnen breit sind, fällt das nicht ins Gewicht. Bei den untersten Ebenen heutiger Prozesse ist die Barriere jedoch nicht mehr beliebig dünn zu machen, ohne ihre Sperrwirkung zu verlieren – sie beansprucht dann einen erheblichen Teil des Querschnitts. Die Antwort darauf ist ein Cobaltliner anstelle des Tantals, auf dem sich das Kupfer besser abscheiden lässt, und bei den feinsten Ebenen der Verzicht auf Kupfer zugunsten von Metallen, die ohne Barriere auskommen. Mehr dazu im Abschnitt Grenzen der Kupferverdrahtung.

Barriere und Liner

Die oben genannte Tantalbarriere ist in Wirklichkeit ein Schichtpaket. Auf das Dielektrikum kommt zunächst Tantalnitrid, das die Kupferdiffusion aufhält, darüber metallisches Tantal, auf dem die Kupferkeimschicht gut haftet und gleichmäßig aufwächst. Beide leiten deutlich schlechter als Kupfer und tragen zum Stromfluss praktisch nichts bei.

Solange die Leiterbahnen breit sind, fällt das nicht ins Gewicht. Bei den untersten Ebenen heutiger Prozesse ist die Barriere jedoch nicht mehr beliebig dünn zu machen, ohne ihre Sperrwirkung zu verlieren – sie beansprucht dann einen erheblichen Teil des Querschnitts. Die Antwort darauf ist ein Cobaltliner anstelle des Tantals, auf dem sich das Kupfer besser abscheiden lässt, und bei den feinsten Ebenen der Verzicht auf Kupfer zugunsten von Metallen, die ohne Barriere auskommen. Mehr dazu im Abschnitt Grenzen der Kupferverdrahtung.

3. Low-k-Technologie

Durch die stetige Verkleinerung von Strukturen auf Mikrochips, um einerseits die Leistungsaufnahme zu verringern und andererseits maximale Schaltgeschwindigkeiten zu erzielen, rücken die Leiterbahnen zur Verdrahtung der einzelnen Bauelemente sowohl in vertikaler als auch lateraler Richtung immer näher zusammen. Um die Leiterbahnen von einander zu isolieren, müssen Schichten wie bspw. Siliciumdioxid SiO2 als ILD aufgebracht werden.

Dort, wo Leiterbahnen parallel verlaufen oder sich auf übereinanderliegenden Metallisierungsebenen kreuzen, entstehen parasitäre Kapazitäten (Kondensatoren). Die Leiterbahnen bilden die leitenden Elektroden, das dazwischen liegende SiO2 das Dielektrikum.

Links ein Plattenkondensator mit den Elektroden im Abstand d und der Fläche A, rechts eine isometrische Darstellung zweier sich kreuzender Leiterbahnen mit der halbtransparenten Isolationsschicht dazwischen

Die Kapazität C eines Kondensators berechnet sich nach:

$$C=\frac{\epsilon_r\epsilon A}{d}$$

Dabei steht d für den Abstand und A für die Fläche der Elektroden, also der sich überschneidenden Leiterbahnen. ε0 beschreibt die absolute Dielektrizitätskonstante des Vakuums und εr (im Englischen häufig κ (Kappa) bzw. vereinfacht k) die Dielektrizitätszahl des Isolators (hier SiO2).

Die Größe der parasitären Kapazität beeinflusst nun die elektrischen Eigenschaften wie die maximale Schaltgeschwindigkeit oder den Stromverbrauch des Chips, weshalb versucht wird C möglichst klein zu halten. Dies ist theoretisch möglich durch eine Verringerung von ε0, εr und A oder durch eine Erhöhung von d. Da d wie zu Beginn erläutert immer kleiner wird, A durch die elektrischen Anforderungen vorgegeben und ε0 eine physikalische Konstante ist, ergibt sich, dass die Kapazität eines Kondensators im Wesentlichen nur durch eine Verringerung von εr gesenkt werden kann.

Man benötigt also Dielektrika mit niedrigem εr: low-k.

Das klassische Dielektrikum, SiO2, hat eine Dielektrizitätszahl von ca. 4. Low-k beschreibt nun Materialien mit einem Wert εr < 4; Ultra-low-k-Materialien (ULK) mit εr < 2,4 sind in der Fertigung seit Jahren Stand der Technik. Die Dielektrizitätszahl gibt die Polarisation (Verschiebung von Ladungen innerhalb eines Isolators) im Dielektrikum an, und ist der Faktor, um den die Ladung einer Kapazität im Vergleich zu leerem Raum ansteigt oder um den das elektrische Feld im Kondensator abgeschwächt wird.

Um die Dielektrizitätszahl zu verringern, gibt es im Grunde zwei Ansätze:

  • die Polarisierbarkeit von Bindungen im Dielektrikum verringern
  • die Anzahl an Bindungen reduzieren

Die Polarisierbarkeit kann durch Stoffe mit wenig polaren Gruppen gesenkt werden, möglich sind fluorierte (FSG, εr ca. 3,6) oder organische (OSG) Siliciumoxide. Dies allein ist bei den immer kleiner werdenden Strukturgrößen jedoch nicht mehr ausreichend, weshalb der Trend zu porösen Schichten geht. Durch die Porosität befindet sich dann innerhalb des ILD "leerer Raum", der im Falle von Luft eine Dielektrizitätszahl von ca. 1 aufweist. Dadurch verringert sich εr für die gesamte Schicht. Die Poren können erzeugt werden, indem das ILD-Material mit Polymeren versetzt wird, die in einem Temperschritt aus der Schicht getrieben werden.

Jedoch ergeben sich einige Probleme die bewältigt werden müssen, um diese neuen Materialien in der Fertigung von Halbleitern einsetzen zu können.

Durch Poren im Material verringert sich dessen Dichte, was in geringerer mechanischer Stabilität resultiert. Im Falle von SiO2 müssten ca. 50 % Poren im Material eingebracht werden, um einen k-Wert von 2,0 zu erreichen. Geht man von einem organischen Material aus, dessen k-Wert ohne Poren 2,5 beträgt, so genügt eine Porosität von ca. 22 %.

Diagramm des k-Werts über der Porosität: Siliciumdioxid mit Ausgangswert 4,0 braucht rund 50 Prozent Poren für den Zielwert 2,0, ein organisches Material mit 2,5 nur etwa 24 Prozent
(Quelle: Semiconductor International)

Ebenso können Prozessgase oder Kupfer aus den Leiterbahnen leichter in die poröse Schicht eindringen und diese schädigen, wodurch die Dielektrizitätszahl wieder ansteigt. Um dem entgegenzuwirken müssen die Poren möglichst gleichmäßig verteilt sein und dürfen nicht miteinander verbunden sein. Um eine Diffusion von Kupfer in das ILD zu verhindern, muss in einem zusätzlichen Prozessschritt eine dünne Diffusionsbarriere aufgebracht werden, jedoch muss darauf geachtet werden, dass dieses Material die Dielektrizitätszahl nicht erhöht.

Ebenso wie der in der Halbleiterfertigung eingesetzte Fotolack, bestehen auch die organischen Siliciumoxide aus Kohlenwasserstoffgruppen (CH). Wird nun der Lack nach der Strukturierung des Dielektrikums in einem Sauerstoffplasma entfernt, greift das Plasma auch das Dielektrikum an. Auch hier müssen zusätzliche Schutzschichten (SiN im Abschnitt Damascene-Verfahren) aufgebracht werden die verhindern, dass die Isolationsschicht geschädigt wird.

Wenn kein Material mehr hilft: Luftspalte

Am Ende dieser Entwicklung steht der Verzicht auf das Dielektrikum. Wird das Material zwischen zwei eng benachbarten Leitbahnen gezielt entfernt und der entstehende Spalt oben durch eine schlecht deckende Abscheidung überbrückt, bleibt ein Hohlraum zurück – mit einer Dielektrizitätszahl von 1 der bestmögliche Isolator. Solche Luftspalte werden nur an ausgewählten Stellen eingesetzt, an denen die Kapazität besonders stört, denn sie schwächen den Aufbau mechanisch weiter und erschweren die Wärmeabfuhr.

Genau darin liegt die eigentliche Schwierigkeit der ganzen Low-k-Entwicklung: Jeder Schritt zu einem kleineren k-Wert macht die Schicht poröser und damit weicher. Sie muss aber das chemisch mechanische Polieren aushalten und später die Kräfte ertragen, die beim Aufbau des Gehäuses und bei jedem Temperaturwechsel im Betrieb auf den Chip wirken.

Übersicht verschiedener organischer Siliciumoxide

Chemische Formel Strukturformel k-Wert
SiO2 Siliciumdioxid 4,0
SiO1,5CH3 SiO1,5CH3 3,0
SiO(CH3)2 SiO(CH3)2 2,7
SiO0,5(CH3)3 SiO0,5(CH3)3 2,55

4. Grenzen der Kupferverdrahtung

Der Umstieg auf Kupfer hat der Verdrahtung rund zwei Jahrzehnte verschafft. Inzwischen ist die Verdrahtung jedoch wieder zum Engpass geworden – und zwar aus einem Grund, den man dem Material nicht ansieht: Kupfer wird schlechter, je schmaler die Leitbahn ist.

Der spezifische Widerstand ist keine Konstante mehr

Der Wert von 1,7 μΩ·cm gilt für ein ausgedehntes Stück Kupfer. Er beruht darauf, dass die Elektronen zwischen zwei Stößen eine gewisse mittlere freie Weglänge zurücklegen; in Kupfer sind das bei Raumtemperatur etwa 40 nm. Ist die Leitbahn schmaler als diese Weglänge, stoßen die Elektronen nicht mehr überwiegend im Kristall, sondern an den Seitenwänden und an den Korngrenzen. Beide Stoßarten kommen zum normalen Widerstand hinzu, und der Effekt wächst, je enger es wird. Bei Leitbahnbreiten um 20 nm liegt der wirksame spezifische Widerstand bereits um ein Mehrfaches über dem Literaturwert.

Die Barriere frisst den Querschnitt

Hinzu kommt ein rein geometrisches Problem. Jede Kupferleitbahn muss von einer Diffusionsbarriere umschlossen sein, und deren Dicke lässt sich nicht beliebig verringern, ohne dass sie ihre Sperrwirkung verliert. Während die Leitbahn schmaler wird, bleibt die Barriere also nahezu gleich dick und beansprucht einen immer größeren Anteil des Querschnitts – einen Anteil, der nichts zum Stromfluss beiträgt.

Querschnitt einer Kupferleitbahn bei drei Breiten

Querschnitt einer Kupferleitbahn bei 100, 20 und 12 nm Breite: Der Anteil des leitenden Kupfers sinkt von 92 über 64 auf 43 Prozent

Beide Effekte wirken in dieselbe Richtung und verstärken einander: Der Kern wird kleiner, und das Kupfer in ihm leitet zugleich schlechter. Der Widerstand einer Leitbahn steigt dadurch weit stärker an, als es die reine Querschnittsverkleinerung erwarten ließe.

Wege aus dem Problem

Andere Metalle
Cobalt und Ruthenium haben einen höheren spezifischen Widerstand als Kupfer, aber eine kürzere freie Weglänge der Elektronen – sie verschlechtern sich bei kleinen Abmessungen also weniger stark. Vor allem kommen sie mit einer sehr dünnen oder ganz ohne Barriere aus. Unterhalb einer bestimmten Breite leitet eine Leitbahn aus diesen Metallen deshalb insgesamt besser als eine aus Kupfer, obwohl das Material für sich genommen schlechter ist. In den untersten Ebenen und in den Kontakten werden sie bereits eingesetzt.
Weniger Kapazität statt weniger Widerstand
Da die Signallaufzeit vom Produkt aus Widerstand und Kapazität abhängt, hilft es auch, die Kapazität zu senken – über poröse Dielektrika und Luftspalte.
Die Stromversorgung auf die Rückseite
Ein erheblicher Teil der Verdrahtung dient nicht der Signalübertragung, sondern der Versorgung mit Strom. Verlegt man diese Leitungen auf die Rückseite der Scheibe, die bisher nur Träger war, und führt sie durch das Substrat hindurch nach oben, so entlastet das die feinen Ebenen auf der Vorderseite gleich doppelt: Die Signalleitungen bekommen mehr Platz, und die Versorgungsleitungen dürfen auf der Rückseite deutlich breiter und damit widerstandsärmer ausfallen.

Keiner dieser Ansätze löst das Grundproblem, sie verschieben es. Anders als bei den Transistoren, wo die Verkleinerung die Bauelemente schneller macht, verschlechtert sie die Verdrahtung – und deren Anteil an Verzögerung und Verlustleistung wächst mit jeder Generation.