1. Messtechnik
Die Critical Dimension (CD) bezeichnet die kleinste, für die Funktion eines Bauteils entscheidende Strukturbreite auf dem Wafer – klassischerweise die Gate-Länge eines Transistors, aber auch Leiterbahnbreiten, Spacer-Dicken oder Kontaktloch-Durchmesser. Da die CD direkt in elektrische Kenngrößen wie Schaltgeschwindigkeit, Leckstrom und Schwellspannung eingeht, muss sie mit einer Genauigkeit im niedrigen Nanometer- bzw. sogar Sub-Nanometerbereich kontrolliert werden.
Die CD-Kontrolle erfolgt an mehreren Stellen der Prozesskette: direkt nach der Lithografie (Photoresist-CD, um Belichtungsdosis und Fokus zu überwachen), nach dem Ätzen (Final-CD, da sich die Struktur beim Ätzen weiter verändert) sowie stichprobenartig nach weiteren kritischen Schritten. Man unterscheidet dabei zwischen der Bias, also der systematischen Abweichung zwischen Maskenmaß und tatsächlicher Struktur, und der CD-Uniformity, also der Streuung der Messwerte über den Wafer, zwischen Wafern und zwischen Losen.
Für die eigentliche Messung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die sich in Auflösung, Geschwindigkeit und Zerstörungsfreiheit unterscheiden. In der Fertigung dominieren zwei Ansätze: die direkte, bildgebende Messung mittels Rasterelektronenmikroskop (CD-SEM) und die indirekte, modellbasierte optische Messung (OCD/Scatterometrie).