Halbleitertechnologie von A bis Z

Alles über Halbleiter und die Waferfertigung

Chiplets als Ausweg aus überladenen Automotive-SoCs

7. August 2026

Software-definierte Fahrzeuge verlangen nach immer mehr Rechenleistung für Fahrerassistenz, Infotainment und Domänen-Konsolidierung. Der klassische Ansatz, einzelne monolithische System-on-Chip-Bausteine mit wachsender Funktionsvielfalt zu entwerfen, stößt dabei zunehmend an Grenzen: Die Entwicklungskosten steigen, die Ausbeute leidet unter der Chipgröße, und jede Modellvariante erfordert im schlimmsten Fall ein eigenes Silizium-Redesign.

Chiplet-Architekturen bieten hier einen pragmatischen Mittelweg. Anstatt Rechenkerne, Beschleuniger, I/O und Sicherheitsfunktionen auf einem einzigen Die zu integrieren, werden diese Funktionsblöcke als separate, über Interconnects wie UCIe verbundene Chiplets realisiert. Das erlaubt es Automobilherstellern und Zulieferern, Rechenleistung modular zu skalieren, verschiedene Fertigungsprozesse und -knoten je Chiplet zu kombinieren und Komponenten über mehrere Fahrzeugplattformen hinweg wiederzuverwenden.

Auswirkungen auf Packaging und Testbarkeit

Die Verlagerung von der monolithischen Integration zur heterogenen Chiplet-Verschaltung stellt neue Anforderungen an Advanced Packaging, etwa durch Interposer, 2.5D/3D-Stacking und Die-zu-Die-Verbindungen mit hoher Bandbreite bei geringer Latenz. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Known-Good-Die-Tests, da fehlerhafte Einzel-Chiplets vor der finalen Assemblierung erkannt werden müssen, um teure Ausfälle im fertigen Package zu vermeiden.

Für die Automobilindustrie, die traditionell auf sehr lange Produktlebenszyklen und hohe Zuverlässigkeitsanforderungen ausgelegt ist, bedeutet der Chiplet-Ansatz einen Kulturwandel: Software- und Hardware-Architekturen müssen von Beginn an so gestaltet werden, dass einzelne Chiplet-Generationen unabhängig voneinander aktualisiert werden können, ohne die gesamte Systemarchitektur neu zu validieren.

Quelle: EE Times

Hintergrund dazu: Montage

← Alle Beiträge